Noch einmal zurück auf Anfang. Da ist der eine Satz, der besser nicht gesagt wäre. Die eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als falsch erwies. Nun ist es zu spät. Die Zeil lässt sich nicht mehr zurückdrehen und man muss mit den Folgen leben. Wie gut wäre es, diese „Chance“ der Jahreslosung als Option zu haben: Einfach die Zeit zurückdrehen und das Gesagte ist ungesagt, die Situation noch nicht gewesen.
Aber geht das so einfach? Denn dann wäre ja mein Wissen auch „verloren“ und der „Fehler“ könnte noch mal passieren. Wie lässt sich dieser Stand: „alles neu“ erreichen?
Die Jahreslosung 2026: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ steht in Offenbarung 21,5. Die Offenbarung beschreibt eine Welt im Untergang. Zu Beginn wird den Christinnen und Christen in Kleinasien ein Spiegel vorgehalten. In sieben Briefen, je einer an eine konkrete, damalige Gemeinde beschreibt die Situation und sagt, was sie tun oder lassen sollen, damit sie durch die Zeit kommen.
Die dann folgenden Kapitel beschreiben, wie das Böse in der Welt sich aufbäumt, Macht gewinnt und am Ende untergehen wird. Auch wenn dies nach „Happy End“ klingt, so sind die Beschreibungen und Erlebnisse in den Kapiteln alles andere als Geschichten mit Durchhalteparolen nach dem Motto: Am Ende wird schon alles gut. Die Gefahr des Scheiterns ist allgegenwärtig und an existentieller Dramatik nicht zu überbieten.
Erst am Ende des Tunnels steht der Satz, der uns als Losung durch das Jahr 2026 begleiten will.
Vielleicht empfindet mancher unser Heute nicht viel anders als die Beschreibungen der Offenbarung. Wir erleben eine Welt der Brüche und Umbrüche. Werte, die bis vor wenigen Jahren noch als gesetzt und „immer gültig“ angesehen wurden, haben ihr Fundament verloren oder es ist zumindest arg beschädigt.
Nicht mehr die Suchen nach Konsens und Toleranz bestimmt den Diskurs, sondern Pro und Kontra, Schwarz und Weiß, Dafür und Dagegen sind die Kategorien, in die alles eingeteilt wird. Es sind die „Bubbles“ und „Blasen“, in die sich immer mehr Menschen begeben und auch zurückziehen. Denn nur unter den Gleichgesinnten, scheint die Welt noch einigermaßen zu funktionieren und der so gesuchte Halt sich einzustellen.
Allerdings wird es in so einer Welt schwer, das Miteinander zu gestalten und zu leben. Denn niemand ist perfekt und vollkommen. Kein Mensch kann allein leben. Jede und Jeder ist auf Ergänzung, Austausch, Gegenüber angewiesen und erst durch den Diskurs, den Austausch von Positionen, Meinungen, Erfahrungen, entwickelt sich ein Mensch, kann er/sie lernen. Leider weisen die aktuellen Entwicklungen in eine andere Richtung.
Gesucht sind starke Männer, Führungs-Personen, die voran gehen. Teamplayer werden auf der Ebene nicht gebraucht. Es braucht den starken Mann, dem alle folgen und der für jede Situation die richtige Lösung parat hat.
Aber bringt das wirklich weiter, nach einer Zeit der Demokratie, des gemeinsamen Suchens und Ringens für die beste Lösung wieder zurückzufallen in die Zeit der starken Führer?? Die Erfahrung der Geschichte lehrt was anderes.
Aber wie kann die Jahreslosung durch das Jahr helfen?
1. Gott spricht.
Damit beginnt die Jahreslosung. Am Ende aller Erfahrungen und im Rückblick auf die vergangene Zeit setzt sie den entscheidenden Punkt außerhalb der „Menschenwelt“: Gott redet, er handelt, er macht neu. Es ist kein Wiederaufbau, kein Reparaturbetrieb, kein Von-vorne-beginnen. Das haben Menschen zu oft gemacht und das Ergebnis ist wie bei Sandburgen: Über kurz oder lang bleibt nichts davon übrig. Es braucht Gottes Eingreifen in Zeit und Welt und seinen, so ganz anderen Ansatz.
2. Gottes „Ich mache alles neu“ ist kein Wiederaufbauprogramm
Gott geht nicht zurück auf Anfang, baut nicht wieder auf, setzt nicht bei den Erfahrungen der Vergangenheit an, um jetzt alles besser zu machen. Die Stadt „kommt von oben“ und wird nicht „von unten“ neu aufgebaut. Wie immer das geht. Es widerspricht unserer herkömmlichen Logik, denn Häuser, eine Stadt werden von unten aufgebaut. Erst das Fundament, dann Wände, Dach usw.
Gottes Haus folgt einer anderen Logik, die unser Denken unsere Vorstellung übersteigt. Deshalb ist es wirklich was Neues!
3. „Ich mache alles neu“ ist Gottes Zusage und Versprechen
Wer alles verloren hat, braucht Hilfe und Unterstützung. Ja, er/sie ist darauf angewiesen. Die eigenen Mittel und Möglichkeiten sind aufgebraucht und nicht mehr verfügbar. Es braucht die Hilfe von außen. Und hier kommt diese Zusage Gottes ins Spiel. Es ist die Hoffnung darauf und das Wissen, dass es am Ende wirklich gut werden kann, weil ER am Ende steht.
Ob ich in diesem Jahr darauf vertrauen kann, trotz aller Stürme und Unwägbarkeiten des Lebens? Trotz aller Verluste und Gewinne, die mich erwarten? Es ist sein Angebot und seine Zusage.