re:publica 2017 – meine Programmtipps

Digitale Trends Gesellschaft

Morgen beginnt die 11. re:publica in der Station in Berlin. Wie jedes Jahr treffen sich Blogger, Nerds, Technikbegeisterte und alle, die im und mit dem Digitalen was bewegen wollen. Ich hab mal die Sessions und Slots zusammengestellt, die auf meiner (geplanten) Liste stehen. Vielleicht ist da noch der eine oder andere Tipp dabei oder wir sehen uns? Gern zum Smalltalk über dies und das.

Hier also die Tipps:

Montag, 8. Mai 2017

Ein Plädoyer für anständiges Community Management
Montag. 11.00 – 12.00 Uhr Stage 2
Was gutes Community Management mit gesellschaftlicher Verantwortung zu tun hat? Viel mehr als wir denken. Die Unart Nutzer öffentlich vorzuführen schadet nicht nur der Glaubwürdigkeit der dahinter stehenden Institutionen, sondern führt zu einer Verstärkung der jeweiligen Filterblasen. Warum das so ist und was wir dagegen tun können, diskutieren wir nach einer kurzen thematischen Einführung mit einer illusteren Runde von Praktikern. Wir zeigen Euch, was wir alle dafür tun können, um die Diskussionskultur im Netz wieder besser zu machen.

Gleiches Web für alle – Ist meine Webseite eigentlich barrierefrei?
Montag. 12.15 – 13.15 Uhr Stage J
Okay, ich möchte meine Website für behinderte Menschen barrierefrei machen. Aber wie zugänglich ist sie aktuell? In diesem Workshop lernt ihr, wie ihr das selbst testen könnt. Außerdem lernt ihr wie ihr eure Seite barrierefrei macht. Dafür muss man kein Programmierprofi sein. Saskia und Domingos klären im Praxisworkshop Fragen rund um Barrierefreiheit für deine eigenen Blogs, Shops und anderen Webprojekte.

Darknet – Das Internet der Zukunft?
Montag. 13.30 – 14.30 Uhr Stage 5
Das Darknet ist ein digitales Dilemma: Einerseits Marktplatz für Drogendealer und Waffenhändler, andererseits aber auch Zufluchtsort für Dissidenten und Whistleblower in Ländern mit umfassender Internetüberwachung und -zensur. Wie sollen demokratische Gesellschaften damit umgehen? Und: Wird das Darknet auch hierzulande Mainstream, wenn im Zuge immer neuer Überwachungsgesetze die Privatsphäre im Netz nur noch verteidigt werden kann, wenn wir uns in einer Welt absoluter Anonymität bewegen?

Alternative Sessions:

Die Lehren von der Reformation bis zur Aufklärung für das Netz von heute
Montag. 13.30 – 14.00 Uhr Stage 8
Von der Hoffnung, das Netz mache die Welt zu einem besseren Ort, indem es jedem demokratische Teilhabe ermöglicht, ist nicht mehr viel übrig. Für Johanna Haberer, Professorin für christliche Publizistik, sind die Parallelen zur Reformation augenfällig: Martin Luther nutzte den Buchdruck, um die Eliten der Deutungsmacht zu berauben, indem er informationelle Selbstbestimmung forderte. Bis die Gegenreformation dieselben Instrumente verwendete. Weiß die Religion also, wie wir das Netz retten können?

Das BAMF in den Sozialen Medien: Unser Umgang mit Hate Speech und alternativen Fakten
Montag. 14.00 – 14.30 Uhr Lightning Talks 2
Das Social Media Team des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) befasst sich mit der Grauzone zwischen Hate Speech und Meinungsäußerung und zeigt, wie das Bundesamt mit zweifelhaften Kommentaren auf seinen Social Media Kanälen umgeht.

Fakes, Leaks und Desinformation – Verlässlicher Journalismus im Nachrichtensturm,
Montag. 14.45 – 15.45 Uhr Stage 2
„Stimmt das?“ Eine einfache Frage, die doch so schwer zu beantworten ist. Vor allem im Jahr der Bundestagswahl hat diese Frage für den Journalismus eine besondere Bedeutung. Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA wurde auch mit Lügen, Leaks und Desinformation geführt. Im deutschen Bundestagswahlkampf muss mit vergleichbaren Vorfällen gerechnet werden.

Netzgemeindefest,
Montag. 16.00 – 17.00 Uhr Meet Up GREEN
Zeit für das erste offizielle re:publica-Meetup der kirchlichen Internerds – natürlich ökumenisch!

Alternative Sessions:

Die Macht der Sprachbilder – Politisches Framing und neurokognitive Kampagnenführung
Montag. 16.00 – 17.00 Uhr Stage 1 (Elisabeth Wehling)
Language is never innocent. ~ Roland Barthes // Im Januar 2017 zog Donald Trump nach einer donnernden Wahlkampagne ins Weiße Haus ein. Die Welt hatte bis zuletzt Hillary Clinton für überlegen gehalten – „Faktencheck“ hieß die Zauberformel, die am Ende keine war. Bis heute klammern sich viele an die Hoffnung des rationalen Wählers.

Vom Reden im Netz.
Montag. 19.45 – 20.45 Uhr Stage 1
Sacha Lobo erzählt von seiner Recherche zur Diskurskultur im WWW.

Dienstag, 9. Mai 2017

Flachsinn – über gute und schlechte Aufmerksamkeit, wie man sie bekommt, wer gewinnt und wohin alles führt 
Dienstag 10.00 – 11.00 Uhr Stage 1 (mit Günther Dück)
Früher war es nicht so gut, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. “Gehe nicht zum Fürst, wenn du nicht gerufen wirst.” Man wollte bestimmt nicht “auffällig” werden, weil Normabweichungen zu Nachteilen führten. Heute hat derjenige Erfolg, der Aufmerksamkeit auf sich zieht, “attraktiv” oder “visible” ist, also weithin “auffällig” wirkt und als “besonders” gilt. Die Aufmerksamkeit mausert sich seit Jahren zu einer Ersatzwährung.

Mission possible: Authentische Kommunikation im Social Web.
Dienstag 11.15 – 12.15 Uhr Media Cube
Der Einfluss der sozialen Netzwerke auf unseren Alltag, unsere Meinungsbildung und auch unser Konsumverhalten steht außer Debatte. Von der schieren Masse der Informationen, die wir täglich im Social Web konsumieren, fühlen wir uns jedoch oft überflutet. Wie gelingt sie also, die aufrichtige Kommunikation im Social Web mit Mehrwert für die User?

Alternative Sessions:

Survival of the fakest? ARD und andere Medien im Kampf gegen gezielte Falschinformationen im Netz
Dienstag 11.15 – 12.15 Uhr Stage 4
Derzeit scheint das Netz von Fake News durchsetzt zu sein. Meldungen, die im Internet kursieren, können weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen. Wie können wir uns gegen Falschmeldungen wappnen?

Going Social First? Videos auf Facebook, YouTube und Snapchat – Vom Spin-off zu digital only
Dienstag 11.15 – 12.15 Uhr Stage 6
Wer bei Facebook gesehen werden will produziert Videos und Livestreams. Bewegtbild entwickelt sich zum integralen Bestandteil von Onlineangeboten. Aber Netzwerke und Plattformen wollen die Inhalte zunehmend selbst hosten und sind immer weniger gewillt, Nutzer aus ihrer Welt zu entlassen. Was ist eine gesunde Balance für Sender und Produzenten zwischen eigenem Angebot und Inhalten auf fremden Plattformen?

Bedingungsloses Grundeinkommen – (K)eine Antwort auf den Digitalen Wandel
Dienstag 12.30 – 13.30 Uhr Stage 2
Arbeiten 4.0: Wie können wir Menschen bei Umbrüchen und Veränderungen im Arbeitsleben stärker unterstützen?

Coca Cola statt RTL, Edeka statt ProSieben: Marken produzieren Shows und Formate im Social Web
Dienstag 13.45 – 14.45 Uhr Stage 6
Jede Supermarktkette produziert eine Kochshow auf YouTube. Formate und Shows für Marken haben Konjunktur und die Qualität nimmt zu. Entwickelt sich hier ein neuer Markt für Produzenten? Was erhoffen sich die Marken davon?

Mobile Storytelling = Snapchat? Von Follow Me Around, Takeovers und fiktionalen Inszenierungen
Dienstag 15.00 – 16.00 Uhr Stage 6
Snapchat scheint mit Stories das ultimative mobile Storytelling-Format entwickelt haben. Instagram kopiert das Format und auch Facebook experimentiert damit. Wie erzählt man mobil überzeugende Geschichten? Wie produziert man für Snapchat, Instagram und Co? Was wollen die Nutzer sehen?

VR Easy – In 3 Schritten zur eigenen VR Animation
Dienstag 16.15 – 17.15 Uhr Media Cube
Der Workshop gibt eine Einführung in VR Creation Tools wie z.B. Tiltbrush und Gravity Sketch, sowie in das Erstellen von einem 3D Kunstobjekt und einem animierten Robot-Character in VR.

#DigitalHealth: Wie verändern Digital Natives das Gesundheitswesen?
Dienstag 17.30 – 18.00 Uhr Lightning Talks 1
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens sind veraltet und werden den Ansprüchen der Digital Natives nicht (mehr) gerecht. Jeder Dritte würde seine Gesundheitsdaten zur Verfügung stellen, um seine Fitness professionell coachen zu lassen. Gewinnorientierte Unternehmen bieten diese Services an – aber sind unsere Daten dort auch gut aufgehoben? Wie können Krankenkassen als Partner der Versicherten den Weg zu DigitalHealth ebnen?

Mittwoch 10. Mai 2017

Daseinsvorsorge und digitale Plattformen: (wie) geht das zusammen?
Mittwoch 10.00 – 10.30 Uhr Stage 5
Digitalen Plattformen wird oftmals vorgeworfen, durch Rosinenpickerei die Daseinsvorsorge in Frage zu stellen. Beispielsweise beteilige sich der Arzneimittelversandhändler nicht am kostspieligen Apothekennachtdienst und mache dann durch niedrigere Preise der Apotheke auf dem Land das Auskommen schwer. Analoges gilt für das Taxigewerbe und Mobility-Apps. Was also tun? Digitalisierung verbieten? Nein, ein kluges Marktdesign nimmt Plattformen zur Sicherung der Daseinsvorsorge in die Pflicht.

Der Source Code der AfD
Mittwoch 10.30 – 11.00 Uhr Stage 5
Oft wird argumentiert, Kritik an der AfD wäre durch die „Lügenpresse“ gesteuert und Äußerungen von Funktionären stünden nicht für die Position der Partei. Deshalb habe ich das getan, was jeder gute Nerd macht. Ich habe den Source-Code gelesen, also alle Wahlprogramme der AfD auf EU-, Bundes- und Landesebene. Hinzu kommen unzählige Anträge aus Bürgerschaften und Landtagen. Dieser Talk fasst die großen Baustellen der AfD zusammen. Und diese haben es in sich!

Das Auge liest mit: Multimediales Storytelling ohne Code und Kohle
Mittwoch 11.15 – 12.15 Uhr Media Cube
Geht nicht, gibt’s nicht! Multimediales Storytelling muss nicht teuer sein, wenn man die richtigen Programme kennt. Wir zeigen dir nützliche Tools, mit denen du deine Storys ohne Geld oder Programmierkenntnisse in multimediale Online-Reportagen verwandelst – und das ohne großen Aufwand.

Innenminister de Maizière im netzpolitischen Dialog
Mittwoch 12.30 – 13.30 Uhr Stage 2
Im Wahljahr gibt es auch auf der re:publica vermehrt interaktive Formate, die dem Publikum Fragen und Aufmerksamkeit abverlangen: Wir freuen uns sehr, erstmalig Thomas de Maiziére begrüßen zu dürfen. Nach einem Impulsvortrag trifft der Innenminister in einem moderierten Gespräch auf Constanze Kurz und Markus Beckedahl von netzpolitik.org- und zwar als Debattenformat: Moderatorin Geraldine de Bastion stellt Fragen zu netzpolitischen Kerngebieten- beide Seiten dürfen Stellung nehmen. Ausserdem wird es auch genügend Zeit geben für eure Fragen!

#Nackt im Netz – Wie Unternehmen intimste Daten sammeln, tauschen und verkaufen. Und was das für uns bedeutet.
Mittwoch 13.45 – 14.15 Uhr Stage 5
Was könnte man machen, wenn man Zugriff auf dein Persönlichstes hätte? Auf das Intimste, was du hast? Ziemlich viel. Was genau, haben wir in einer monatelangen Recherche herausgefunden. Für ein Experiment haben wir unzählige Firmen unter falschem Namen kontaktiert und am Ende deine persönlichen Daten erhalten. Deine „Click-Stream Daten“, jede URL, jede Seite, die du im Internet angesurft hast.

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